Translationale Onkologie (Neuroonkologie)

Prof. Dr. Björn Scheffler

 

Von der Bildgebung zur molekularen Analyse: Klinische Bildgebung (a), operativer Zugang (b) und mikroskopische Untersuchungen (c,d) zeigen lokale Ansammlungen von Immunzellen im Schädelknochenmark (CB) von Patienten mit Glioblastom. Weiterführende Analysen auf Einzelzell-Ebene belegen, dass dort besonders viele CD8+-T-Zellen vorhanden sind, die gezielt Tumorzellen erkennen können. Klonale Ableger dieser tumorreaktiven Immunzellen finden sich in ähnlicher Form auch im Tumorgewebe wieder (e-h). Eine erhöhte Anreicherung dieser Zellen im Schädelknochenmark geht mit einem längeren progressionsfreien Überleben der untersuchten Patienten einher (i). © modifiziert nach Dobersalske et al., Nat Med 2024; doi: 10.1038/s41591-024-03152-x

Krebs passt sich an. Unter Therapie entwickelt er sich weiter, verändert sein Mikromilieu und entzieht sich der immunologischen Kontrolle. Unser Ziel ist es, diese nachteiligen Dynamiken frühzeitig zu erkennen, zu verstehen und gezielt zu durchbrechen – bevor sich therapeutische Resistenzen etablieren.

Eingebettet in das klinische Umfeld des Westdeutschen Tumorzentrums (WTZ) Essen verbinden wir die unmittelbare Untersuchung menschlicher Erkrankungen, mittels hochauflösender molekularer Bildgebung und der Analyse primärer Patientenproben, mit innovativen Stammzellplattformen und orthotopen Modellsystemen.

Entlang dieses translationalen Ansatzes erfassen wir Krankheitsdynamiken direkt im Patienten, analysieren tumortreibende Mechanismen experimentell und überführen biologische Erkenntnisse systematisch in Biomarker und frühe therapeutische Strategien.

Ein zentraler Schwerpunkt unserer aktuellen Arbeit ist die Immunlandschaft an den Grenzflächen des Gehirns. Unsere Forschung hat wesentlich dazu beigetragen zu zeigen, dass Hirntumoren gemeinsam mit den angrenzenden Kompartimenten des Schädelknochenmarks und der Hirnhäute eine aktive hämatopoetische und immunologische Nische bilden. Dieses kraniale Immunmilieu steht in direkter funktioneller Verbindung zum zentralen Nervensystem und beeinflusst Tumorevolution, immunologische Überwachung und das therapeutische Ansprechen.

Durch die konzeptionelle Definition und mechanistische Analyse dieser Tumor-kranialen Achse schaffen wir die Grundlage für präzisere Biomarker-Plattformen, gezielte lokale Immunmodulation und neuartige Strategien für die ZNS-gerichtete Therapie.

Weitere Informationen finden Sie auf dieser Webseite.

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Prof. Dr. Björn Scheffler

DKFZ Abteilung für Translationale Onkologie / Neuroonkologie

Westdeutsches Tumorzentrum (WTZ) Universitätsklinikum Essen

Translationale Onkologie (Neuroonkologie) / Translational Oncology (Neurooncology)

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