Freiburg
Der DKTK-Partnerstandort Freiburg hat gemeinsam mit dem Comprehensive Cancer Center Freiburg (CCCF) eine erfolgreiche und hochmoderne Struktur für translationale Krebsforschung mit mehreren Forschungsbereichen und interdisziplinären Kooperationen etabliert. Dadurch können Ergebnisse aus der präklinischen Forschung rasch in frühe klinische Studien und schließlich in die klinische Anwendung überführt werden. Frühe klinische Studien werden unter anderem im Rahmen des DKTK Joint Funding Programms durchgeführt.
Der Standort zeichnet sich durch eine hohe Kompetenz in den Bereichen onkogene Signalwege, Epigenetik, onkologische Bildgebung und Systemmedizin sowie durch besondere Expertise im Bereich Onco-Immunoescape aus. Die Leistungsfähigkeit des Standorts spiegelt sich auch in der Koordination zahlreicher Forschungsverbünde wider, beispielsweise des „SFB 1479 – Onkogen getriebene Immunflucht von Krebszellen“ sowie des „SPP 2177 – Radiomics: Nächste Generation der Medizinischen Bildgebung“.
Onkogene Signalgebung ist ein langjähriger Schwerpunkt der Forschung am DKTK-Partnerstandort Freiburg. Der Fokus liegt auf der Untersuchung von Kinase-, Phosphatase- und Protease-gesteuerten Signalnetzwerken sowie der RAS-Signalübertragung mit dem Ziel, rational kombinierte zielgerichtete Therapiekombinationen zu identifizieren. Die Analyse der Wechselwirkung zwischen RAS-aktivierenden Mutationen und kinase-inaktivierenden BRAF-Mutanten bildet die Grundlage für die frühe klinische Studie „SoraTram“. Dabei handelt es sich um eine prospektive Studie zur kombinierten CRAF- und MEK-Hemmung bei malignen Erkrankungen im fortgeschrittenen Stadium, die BRAF-Mutationen mit verminderter Kinaseaktivität aufweisen. Die Studie wird in enger Zusammenarbeit zwischen Freiburger Forscher:innen und dem Molekularen Tumorboard (MTB) des CCCF koordiniert und gemeinsam mit allen acht DKTK-Partnerstandorten durchgeführt.
Im Jahr 2019 wurde an der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg das Institut für Medizinische Bioinformatik und Systemmedizin gegründet. Der Schwerpunkt des Instituts liegt auf der Analyse, Integration und Interpretation von Hochdurchsatzdaten im klinischen Kontext bis hin zur Entwicklung von Clinical Decision Support Systemen (CDSS). Das Institut unterstützt die DKTK-Partner in Freiburg mit bioinformatischer Expertise und hat darüber hinaus zahlreiche Kooperationen zwischen den verschiedenen DKTK-Partnerstandorten aufgebaut. Es fördert innovative molekulare Diagnostik durch die Entwicklung und Bereitstellung von Analyse-Pipelines für Next-Generation-Sequencing-Daten (NGS) und arbeitet eng mit Partnern des Konsortiums der Medizininformatik-Initiative MIRACUM sowie dem Zentrum für Personalisierte Medizin (ZPM) zusammen.
Aus der Arbeit des MTB entstehen Therapieempfehlungen für Patient:innen, die bei Rezidiven außerhalb der Leitlinien mit zielgerichteten und immunologischen Therapien behandelt werden. Zudem sind aus dem MTB bereits mehrere frühe klinische Studien hervorgegangen. Das Freiburger MTB arbeitet intensiv mit den MTBs der anderen DKTK-Standorte zusammen. DKTK-Forscher:innen in Freiburg untersuchen außerdem neue, nicht-kanonische Klassen von Mutationen bei Krebs – von der funktionellen Charakterisierung bis hin zur Relevanz für klinische Entscheidungen.
Die epigenetische Krebsforschung am DKTK-Partnerstandort Freiburg zielt darauf ab, gestörte epigenetische Signalwege in Krebszellen zu identifizieren und therapeutisch nutzbare Verwundbarkeiten aufzudecken. Hierzu werden epigenetische Wirkstoffzielstrukturen charakterisiert, neue epigenetische Verbindungen entwickelt und klinische Studien initiiert. Wichtige Schwerpunkte liegen auf myeloischen Erkrankungen wie dem myelodysplastischen Syndrom und der akuten myeloischen Leukämie, der juvenilen myelomonozytischen Leukämie sowie myeloproliferativen Neoplasien. Darüber hinaus werden epigenetische Mechanismen in soliden Tumoren untersucht, darunter Prostata- und Darmkrebs, Nierenkrebs, Urothelkarzinome sowie Lungenadenokarzinome. Für mehrere dieser Tumorentitäten wurden multizentrische klinische Studien (Phase I/II) initiiert. Ergänzend stärkt das UcarE-Projekt die translationale Umsetzung neuer epigenetischer und molekularer Ansätze, insbesondere im Bereich des Urothelkarzinoms, indem klinisch relevante epigenetische Vulnerabilitäten identifiziert, neue Modell- und Organoid-Systeme etabliert und personalisierte epigenetikbasierte Therapiekonzepte für Patient:innen entwickelt werden.
Ein weiterer zentraler Forschungsbereich am Standort ist die Untersuchung von Mechanismen der onkogen-getriebenen Immunflucht (Onco-Immunoescape). Diese Arbeit baut auf der Hypothese auf, dass onkogene Signalwege und Mechanismen der Immunvermeidung eng miteinander verknüpft sind und gemeinsam zur Unterdrückung antitumoraler Immunantworten beitragen können. Forschende am Standort identifizieren molekulare Signalwege, durch die Tumorzellen der Erkennung und Eliminierung durch das Immunsystem entgehen, und entwickeln darauf basierende therapeutische Strategien, die einerseits die Immunflucht überwinden und andererseits die antitumorale Immunaktivität stärken. Dies umfasst die Analyse von immunmodulatorischen Oberflächenmolekülen, Immune-Checkpoint-Regulatoren und entzündlichen Signalmechanismen sowie deren Einfluss auf T-Zell- und Myeloid-Zell-Reaktionen im Tumormikromilieu. Präklinische Ergebnisse aus diesem Forschungsbereich fließen in neue Wirkstoffkombinationen und klinische Prüfkonzepte ein, die darauf abzielen, die potenzielle Wirkung immuntherapeutischer Ansätze bei soliden Tumoren und hämatologischen Neoplasien zu verbessern und Resistenzmechanismen zu überwinden. Diese translationalen Aktivitäten werden unter anderem im Rahmen des SFB 1479 koordiniert und tragen zur Entwicklung innovativer immunonkologischer Therapiekonzepte bei.
Der DKTK-Partnerstandort Freiburg ist zudem eine der führenden Einrichtungen auf dem Gebiet der Radiologie, Nuklearmedizin und Radioonkologie. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung und Evaluation neuartiger onkologischer Bildgebungstechniken, darunter MRT- und PET/CT-Verfahren, sowie auf der Entwicklung und Anwendung innovativer Radiopharmaka für Bildgebung und Therapie. Radiologie und Nuklearmedizin in Freiburg betreiben hochmoderne Bildgebungseinrichtungen zur zügigen Translation neuer Verfahren in die klinische Routine (z.B. DWI- oder CT-basierte Perfusionsbildgebung) und implementieren IT-basierte Nachbearbeitungstechniken wie künstliche Intelligenz und Deep-Learning-Algorithmen in der klinischen Anwendung. Ein weiterer zentraler Schwerpunkt ist die durch biologische Bildgebung gesteuerte hochpräzise Strahlentherapie sowie die Modulation von Strahlenempfindlichkeit und -resistenz, unter anderem in Kombination mit Immuntherapien. Die Radioonkologie als zentrale Abteilung von DKTK und CCCF führt hierzu mehrere nationale und internationale Studien durch.
Weitere Informationen zum DKTK Partnerstandort Freiburg sind hier zu finden.
Partnereinrichtungen
Standortsprecherin & Stellvertreter Freiburg

Prof. Dr. Dr. Melanie Börries
DKTK Stellvertretende Sprecherin
Direktorin des Instituts für Medizinische Bioinformatik und Systemmedizin,
Universitätsklinikum Freiburg
DKTK Professuren
DKTK assoziierte Professuren

Prof. Dr. Dr. Melanie Börries
DKTK Stellvertretende Sprecherin
Direktorin des Instituts für Medizinische Bioinformatik und Systemmedizin,
Universitätsklinikum Freiburg



