München

© Klinikum der LMU München und Klinikum rechts der Isar

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In Krebszellen entartete Signalwege sind potentielle Angriffspunkte für neue Therapien. Daher befasst sich die COMPACT-Strategie (COMmon PAthways for Cancer Therapy / Gemeinsame Signalwege für die Krebstherapie) des DKTK Standortes München insbesondere mit der Identifikation und Aufklärung gestörter Signalwege bei verschiedenen Krebserkrankungen. Diese Untersuchungen sollen klären, ob bei unterschiedlichen Krebserkrankungen die gleichen Veränderungen in ein und demselben Signalweg auftreten, und ob es daher möglich ist Patienten mit unterschiedlichen Krebserkrankungen mit den gleichen Wirkstoffen zu behandeln. Die Analyse des Biomaterials von Krebspatienten gibt Aufschluss über die molekularen Veränderungen bei Krebserkrankungen und darüber welche verfügbaren oder neuen Wirkstoffe für die Therapie eingesetzt werden können. Darüber hinaus werden die Ergebnisse genutzt, um etablierte Therapien für Patienten individuell anzupassen und neue Therapieansätze zu entwickeln.

Die translationale Forschungsstrategie am DKTK Partnerstandort München basiert auf dem `bench to bedside and bedside to bench´-Konzept: Die Ergebnisse aus dem Forschungslabor (bench = Laborbank) werden genutzt, um die Diagnose und Behandlung in der Klinik (bedside = Krankenbett) zu verbessern. Die Erkenntnisse aus der Klinik werden wiederum im Labor untersucht, beispielsweise um zu verstehen, warum Patienten gar nicht oder unterschiedlich auf eine Behandlung reagieren. Auch in Fällen, bei denen die Therapie nicht die erwartete Wirkung zeigt, helfen molekulare Untersuchungen von Patientenproben den Ärzten und Wissenschaftlern, die Ursachen dafür zu verstehen und Tumoren präziser zu charakterisieren.

Tumorproben von Patienten werden mittels verschiedener Screening-Verfahren und anhand von präklinischen in vivo und in vitro Modellen auf veränderte Signalwege untersucht und kategorisiert. Dabei werden Gemeinsamkeiten gesucht, um Tumoren mit ähnlicher molekularer Zusammensetzung möglicherweise mit der gleichen Therapie behandeln zu können. Das ist ein großer Vorteil gegenüber früheren Kategorisierungsmethoden, die meist auf histopathologischen Kriterien beruhten, ohne dass gezielt auf die genetischen Gemeinsamkeiten verschiedener Tumorarten eingegangen werden konnte. Zusätzlich wird auch die Wirkung und Effektivität von neuen Wirkstoffen anhand etablierter Mausmodelle analysiert, um so neue Behandlungsstrategien im präklinischen und im klinischen Umfeld einsetzen zu können.

In Zusammenarbeit mit Spezialisten aus verschiedenen Fachrichtungen des Klinikums der LMU München und des Klinikums Rechts der Isar wurde am CCC München das Molekulare Tumorboard (MTB) etabliert. Hier erfolgt die gezielte Indikationsstellung und Interpretation der molekularpathologischen Diagnostikverfahren. Ziel ist es, auch Patienten denen keine Standardtherapie zur Verfügung steht oder Patienten mit seltenen Tumorerkrankungen eine zielgerichtete Therapie im Rahmen klinischer Studien oder eines individuellen Heilversuchs zu ermöglichen.

Der DKTK-Standort konzentriert sich auf die Krebsentitäten der akuten Leukämien, malignen Lymphome, gastrointestinalen Krebserkrankungen (Magen- und Darmkrebs) und der Neuro-Onkologie. Diese werden durch ein großes Spektrum unterschiedlicher Modellsysteme und den neuesten biotechnologischen Methoden wie Transposon-Modelle und die CRISPR/Cas9-Methodik untersucht. Dadurch können gezielt Mutationen in Modellen erzeugt und deren Bedeutung untersucht werden. Darüber hinaus werden Genomik- und Proteomikanalysen zur Untersuchung von Patientenproben eingesetzt. In Zusammenarbeit mit allen Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung ist in 2016 in München die Initiative des Munich Immunotherapy Consortium (MITC) etabliert worden, um hier den gemeinsamen Fokus Immuntherapie zu stärken.

Der DKTK Partnerstandort München steht in enger Kooperation mit renommierten nationalen und internationalen Studiengruppen wie der Deutschen Studiengruppe Niedrigmaligne Lymphome (GLSG), dem Europäischen Mantelzell Lymphom Netzwerk (EMCLN), der Westdeutschen Studiengruppe GmbH (WSG), der deutschen Studiengruppe für die akute myeloische Leukämie (AML-CG) und der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (AIO). Darüber hinaus ist der Standort eng mit den deutschen Krebsforschungsnetzwerken und Sonderforschungsbereichen (SFB 824 und SFB 1243, FOR 2033), der Helmholtz Alliance PCCC und europäischen Forschungsprojekten (EU FP7) verbunden.

 

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