18.03.2026

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Millionenförderung für Bauchspeicheldrüsenkrebs-Forschung

Bauchspeicheldrüsenkrebs weist die niedrigste Überlebensrate unter allen Krebserkrankungen auf. Obwohl nur etwa vier Prozent der Krebsneuerkrankungen die Bauchspeicheldrüse betreffen, ist das Pankreaskarzinom in Deutschland die vierthäufigste Todesursache bei Krebs. Die Deutsche Krebshilfe reagiert mit einer großen Forschungsallianz. Im Zuge der Deutschen Allianz Pankreaskarzinom fördert sie drei Konsortien mit 33,5 Millionen Euro, darunter auch das Projekt ONCOverse, an dem Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen maßgeblich mitwirken. In das ONCOverse fließen 16,2 Millionen Euro, davon erhält das Essener Team um Prof. Dr. Jens Siveke, Standortsprecher am DKTK Partnerstandort Essen/Düsseldorf, 6,2 Millionen Euro.

Prof. Dr. Jens Siveke © Prof. Dr. Jens Siveke

Das von Essen aus geleitete Konsortium „ONCOverse: Patientenzentrierte und intuitive Evidenzgenerierung für Bauchspeicheldrüsenkrebs“ entwickelt eine digitale Versorgungsplattform, die Forschung und Klinik eng verzahnt. ONCOverse sammelt Daten aus dem Behandlungsalltag: Patient:innen dokumentieren ihr Befinden. Ärzt:innen erfassen Tumoreigenschaften, Therapien und Verläufe. Das Besondere dabei: alle Daten werden interoperabel gemacht, können also gemeinsam genutzt werden. So entsteht ein umfassender Datenraum. Die Forschenden um Projektleiter Prof. Dr. Jens Siveke vom Westdeutschen Tumorzentrum des Universitätsklinikums Essen und Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung möchten so klären, welche Tumor- und Patient:inneneigenschaften wichtig für Therapieentscheidungen sind und welche Therapie bei welchem Tumor am besten wirkt. Langfristig sollen Behandlungen präziser auf die individuelle Tumorsituation zugeschnitten werden. Die Prognose bei Bauchspeicheldrüsenkrebs kann so verbessert werden.

Muster besser erkennen

Mikroskopieaufnahme von chirurgisch entferntem Pankreastumorgewebe; angefärbt wurden Tumorzellen, Makrophagen und Signalmoleküle. © Georgia Antonopoulou und Prof. Dr. Jens Siveke

Im Kern geht es um Evidenzgenerierung, das heißt um belastbare wissenschaftliche Belege aus der realen Versorgung. Statt auf isolierte Studien setzen die Wissenschaftler:innen mit ONCOverse auf kontinuierliche Datenerhebung im Klinikalltag. Moderne Analysemethoden helfen, Muster zu erkennen und Therapiewege zu vergleichen, auch mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz. Ein besonderes Merkmal: Betroffene sind von Beginn an eingebunden. Ihre Perspektive soll sicherstellen, dass neue Versorgungsmodelle tatsächlich den Bedürfnissen der Erkrankten entsprechen.

Kooperationen
Das ONCOverse-Team bündelt die Expertise von Partner:innen aus den Universitätskliniken Dresden, Essen, Halle (Saale), Hamburg-Eppendorf, Heidelberg, Kiel/Lübeck, Köln und Tübingen sowie von der Technischen Universität München. Weiterhin bestehen Kooperationen mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg, dem Forschungszentrum Jülich, dem Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen sowie Partnern der Dutch Pancreatic Cancer Group Amsterdam, Maastricht und Leiden.

QUELLE: Westdeutsches Tumorzentrum Essen

Mehr zu der Deutschen Allianz Pankreaskarzinom

Ebenfalls von der Deutschen Allianz Pankreaskarzinom gefördert: Entschlüsselung und therapeutisches Targeting des PDAC-Ökosystems (DEFEAT-PDAC) unter der Leitung von Prof. Dr. Dieter Saur