Über die Klinische Kommunikationsplattform (CCP)

Die Klinische Kommunikationsplattform - Datendrehscheibe für die vernetzte Forschung

Biobanken von Tumorproben und Daten von Patienten sind wichtige Quellen, um neue diagnostische oder therapeutische Methoden voranzutreiben. Im DKTK erhalten Wissenschaftler standortübergreifend Zugang zu den für ihre Forschung wichtigen Daten. Gleichzeitig erfüllen die Datenbanken höchste Qualitäts- und Datenschutzansprüche. Die Klinische Kommunikations-Plattform (CCP) wurde eingerichtet, um beides sicherzustellen.

Für den Fortschritt der personalisierten Medizin sind Biobanken und klinische sowie experimentelle Patientendaten unerlässliche Quellen. Durch den systematischen Vergleich von Biomaterial (z.B. Gewebe oder Blut) können Forscher jene molekularen Faktoren herausfiltern, die spezifisch für bestimmte Krebserkrankungen sind. Mit Hilfe des Biomaterials können Wissenschaftler außerdem Biomarker identifizieren, anhand dessen sie den klinischen Verlauf einer Krebserkrankung sowie die Wirksamkeit und Verträglichkeit für bestimmte Therapien vorhersagen können. Somit können zum einen wirksame und verträgliche Therapien durchgeführt werden oder aber es können auch ganz konkret nicht erfolgversprechende Behandlungen vermieden werden.

©corbis_fancy/fotolia.com

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Zentrales Studienregister:

Aktive klinische Studien im gesamten Konsortium
 

©Maksim Kabakou/fotolia.com

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Erste Datenabfragen:

Ein zentrales Biobanken - und Patientenregister                                                                                                                                                                                                                                                                                                

©everythingpossible/fotolia.com

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Miteinander forschen:

Erstellen von standortübergreifenden Anfragen

IT-Plattform für die klinische Forschung

Die Datenbanken liefern den Wissenschaftlern auch Informationen darüber, wie viele Patienten es an den DKTK Standorten gibt, die bestimmte Kriterien für eine klinische Studie erfüllen, ob biologische Proben eines Patienten eingelagert sind und für experimentelle Untersuchungen zur Verfügung stehen. Darüber hinaus ermöglicht der gemeinsame Daten-Pool, dass auch seltene Tumorerkrankungen mit einer ausreichend großen Anzahl an Patienten untersucht werden können.

Zugang zu diesen Informationen ermöglicht die DKTK Clinical Communication Plattform (CCP), die vom DKTK Standort Frankfurt/Mainz aus koordiniert wird. Die klinischen Informationssysteme und die Biobanken der Universitätskliniken an den DKTK-Standorten sind an die CCP angeschlossen und stehen den Forschern somit als eine Art Schaufenster zur Verfügung, um klinische Studien und andere Forschungsprojekte zu planen

Dezentrale Datenhaltung mit Brückenköpfen ins Netzwerk

Die CCP setzt dabei klar auf ein föderiertes Konzept der Datenhaltung. Die umfangreichen Patientendaten verbleiben an den einzelnen Standorten und sind hinter der „Firewall“ des Klinikinformationssystems geschützt. Für die Verbindung nach außen gibt es an allen beteiligten Einrichtungen so genannte Brückenköpfe, die die Daten der jeweiligen Einrichtung vorhalten.

Über diese Brückenköpfe können Forscher einerseits pseudonymisierte Daten der Patienten an ihren jeweiligen Standorten für standortübergreifende Forschungsprojekte oder klinische Studien zur Verfügung stellen. Andererseits erlauben die Brückenköpfe es Wissenschaftlern auch, DKTK-weit mit Hilfe von Abfragemasken gezielt nach Patienten für klinische Studien oder nach z.B. Gewebeproben für translationale Forschungsprojekte zu suchen.

Ob eine Kooperation stattfindet, liegt letztlich im Ermessen der einzelnen Standorte: Ohne Zustimmung der lokalen Komitees verlassen weder Daten noch Biomaterial einen Standort.Bevor eine umfassende Projektbeschreibung entsteht, sind meist erste“ Übersichtsabfragen“ hilfreich. Hierfür werden nur faktisch anonyme Minimaldatensätze aus den Brückenköpfen in einer zentralen Datenbank zur Verfügung gestellt. Der Datensatz beinhaltet beispielsweise ausgewählte Angaben zu Art und Größe eines soliden Tumors, seiner Ausbreitung und des Stadiums der Erkrankung; es liegen außerdem Angaben zum therapeutischen Ansatz und das medizinische Ergebnis dieser Behandlung vor. Die Festlegung dieses Datensatzes folgte dem Prinzip der Datensparsamkeit. Der Datensatz ist daher äußerst sparsam gehalten, aber ausreichend, damit Wissenschaftler DKTK-weit nachprüfen können, ob und wie viele Patienten für bestimmte klinische Studien vorhanden sind und um gezielt nach Gewebeproben für Forschungsprojekte zu suchen.

Verlässliche Daten durch Schaffung neuer Standards

Ein weiter Schwerpunkt ist die Entwicklung neuer Standards zur Qualitätssicherung. Bei der Lagerung des Probenmaterials und der Erstellung von Basisdatensätzen zu unterschiedlichen Tumorarten gibt es immer wieder große Unterschiede. An einer Vereinheitlichung der Prozesse wird deshalb intensiv in der CCP gearbeitet. Nur so können Wissenschaftler die entscheidenden Informationen für ihr Forschungsprojekt zuverlässig herausfiltern.

Zentrales Studienregister zur Unterstützung patientenorientierter Forschung

Das zentrale DKTK-Studienregister bietet Betroffenen und behandelnden Ärzten auf einfache Art einen Überblick zu onkologischen Studien an den DKTK-Standorten, die momentan Patienten aufnehmen. Für diesen Zweck und für die Anbindung an die weiteren Datenbanken im DKTK wurde ein zentrales DKTK-Studienregister aufgebaut.