07.10.2026

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Wissenschaft im Labor erleben: DKTK-Forschende gestalten ein ISH-Praktikum als Ambassador-Aktivität

Im Rahmen des DKTK Ambassador-Programms betreute die am DKFZ und KiTZ angesiedelte Forschungsgruppe „Prevention and Liquid Biopsies“ zwei Teilnehmende der International Summer Science School Heidelberg 2026 während eines dreiwöchigen Forschungspraktikums. Das Praktikum vermittelte ihnen Einblicke in die translationale Krebsforschung und praktische Erfahrungen mit Methoden der Flüssigbiopsie.

Zwei Personen im Labor führen molekularbiologische Arbeiten an einer Laborbank durch. Im Vordergrund pipettiert eine Person mit Schutzhandschuhen Flüssigkeit in Probengefäße, während im Hintergrund eine weitere Person an einem Analysegerät arbeitet; auf der Arbeitsfläche befinden sich Probenhalter, Reaktionsgefäße und Laborgeräte.

Die International Summer Science School Heidelberg (ISH) wird von der Stadt Heidelberg und Heidelberger Forschungseinrichtungen organisiert. Das vierwöchige Programm richtet sich an junge Menschen im Alter von 16 bis 20 Jahren, die sich für Naturwissenschaften interessieren und praktische Einblicke in die Labore renommierter Forschungseinrichtungen gewinnen möchten. Sie verbindet erste praktische Forschungserfahrungen mit internationalem Austausch. 2026 fanden die Forschungspraktika an den beteiligten Instituten vom 20. Juli bis 5. August statt.
Sia (USA) und Gil (Israel) absolvierten ihr Praktikum in der Forschungsgruppe „Prevention and Liquid Biopsies“ von Dr. Kendra Maaß. Die am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), der Universitätsklinik Heidelberg (UKHD) und am Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ) angesiedelte Gruppe entwickelt und untersucht Flüssigbiopsie-Verfahren für die pädiatrische Onkologie. 
Für Sia war Heidelberg vor allem wegen der engen Verbindung von Grundlagenforschung und klinischer Anwendung attraktiv: „Mich hat das kollaborative Umfeld begeistert, in dem Wissenschaftler:innen und Ärzt:innen gemeinsam daran arbeiten, Erkenntnisse aus dem Labor in die Patientenversorgung zu übertragen.“

Molekulare Spuren in Körperflüssigkeiten

Flüssigbiopsien ermöglichen es, molekulare Informationen aus Körperflüssigkeiten wie Blutplasma oder Nervenwasser zu gewinnen. Im Mittelpunkt steht unter anderem zellfreie DNA, kurz cfDNA. Dabei handelt es sich um kurze DNA-Fragmente, die beispielsweise beim natürlichen Abbau von Zellen freigesetzt werden. Bei Krebserkrankungen kann ein Teil dieser Fragmente aus Tumorzellen stammen. 
Solche Verfahren eröffnen in der pädiatrischen Onkologie die Möglichkeit, molekulare Tumoreigenschaften anhand minimal- invasiv gewonnener Proben zu untersuchen. Die Forschungsgruppe arbeitet daran, Flüssigbiopsien für die molekulare Diagnostik, Risikoeinschätzung und Krankheitsüberwachung weiterzuentwickeln.
Unter dem Titel „cfDNA Everywhere – Exploring cfDNA in Everyday Conditions“ lernten Sia und Gil grundlegende Arbeitsschritte kennen: die Verarbeitung von Plasma, die Isolation zellfreier DNA sowie die quantitative und qualitative Untersuchung der Proben. Gil und Sia untersuchten gemeinsam mit Forschenden aus dem Maaß-Labor Um zu untersuchen, wie robust Liquid Biopsies unter unterschiedlichen präanalytischen Bedingungen sind, entwickelten Gil und Sia gemeinsam mit Forschenden aus dem Maaß-Labor eine Reihe von Experimenten. Relevante Störfaktoren wie UV-Licht, Hitze und Schütteln der Proben wurden identifiziert und mit Proben verglichen, die unter optimalen Bedingungen behandelt wurden. Dies ist besonders für Situationen relevant, in denen ein kontrollierter Transport und eine optimale Lagerung nicht immer gewährleistet werden können. Die durchgeführten Untersuchungen solcher Bedingungen können daher dazu beitragen, Liquid Biopsies weltweit besser zugänglich zu machen.

Forschung aus nächster Nähe erleben

Neben den Methoden lernten die Teilnehmenden vor allem, wie Forschung im Alltag funktioniert. Gil beschreibt diese Erfahrung so: „Im Labor sieht man, wie Wissenschaft direkt vor den eigenen Augen entsteht. Man lernt nicht nur bereits vorhandenes Wissen, sondern trägt dazu bei, neues Wissen zu schaffen.“
Auch für Sia liegt der Reiz in der Offenheit wissenschaftlicher Arbeit: „Jedes Experiment beginnt mit einer Hypothese, aber es gibt keine Garantie, dass die Ergebnisse den Erwartungen entsprechen – genau das macht Forschung so spannend.“
Die Erfahrungen knüpften zugleich an unterschiedliche berufliche Interessen an. Sia möchte molekulare Onkologie, Krebsgenetik und patientenorientierte Forschung miteinander verbinden. Gil interessiert sich besonders für Molekularbiologie, Genetik, Zellbiologie und Biochemie.

Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Durch das Angebot dieses Forschungspraktikums leistete die Arbeitsgruppe von Dr. Kendra Maaß einen Beitrag zu den Outreach-Zielen des DKTK Ambassador-Programms, das 2025 vom Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) ins Leben gerufen wurde. Unter enger Anleitung von Florian Iser und Samuel Zabel, Wissenschaftlern der Arbeitsgruppe Maaß, sammelten die beiden während ihres Praktikums praktische Erfahrungen in der Laborforschung. Zugleich erfuhren sie, wie Erkenntnisse aus dem Labor letztlich Patientinnen und Patienten zugutekommen können. So erhielten sie spannende Einblicke in die moderne translationale Krebsforschung, die enge Verbindung zwischen wissenschaftlicher Entdeckung und klinischer Anwendung sowie in berufliche Perspektiven in der Wissenschaft.

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