27.08.2025

Drucken

Prof. Dr. med. Evelyn Ullrich erhält Novartis-Preis für therapierelevante immunologische Forschung 2025

Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie e.V. (DGfI) vergibt in Zusammenarbeit mit der Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung alle zwei Jahre den Novartis-Preis für therapierelevante immunologische Forschung. Mit diesem Preis werden Arbeiten ausgezeichnet, die eine Brücke zwischen immunologischer und klinischer Forschung schlagen. Dieses Jahr geht der Preis unter anderem an Prof. Dr. med. Evelyn Ullrich. Sie ist Wissenschaftlerin am DKTK Partnerstandort Frankfurt/Mainz.

Prof. Dr. med. Evelyn Ullrich

Prof. Dr. med. Evelyn Ullrich © DGfI

Prof. Evelyn Ullrichs Fachgebiet ist die Zell- und Gentherapie, ein dynamisches Forschungsfeld, das von bahnbrechender Grundlagenforschung bis hin zur klinischen Anwendung reicht. Ihre Arbeitsgruppe hat bedeutende und hoch innovative Beiträge zu diesem Bereich der translationalen Forschung geleistet, insbesondere mit Fokus auf die Weiterentwicklung von CAR-NK-Zelltherapien als Grundlage für zukünftige akademisch geführte Zelltherapiestudien in Deutschland.

Bedeutende Beiträge ihrer Gruppe waren Innovationen in der genetischen Modifikation von NK-Zellen, wie z.B. die nicht-virale Modifikation mittels Spleeping Beauty-basierter Transposon-Technologie (Bexte et al., Molecular Therapy 2024) und das CRISPR/Cas9-basierte Editing zur Behandlung akuter myeloischer Leukämie (Bexte et al., Nature Communications 2024). Neben der Entwicklung immuntherapeutischer Ansätze gegen Leukämie beschäftigt sie sich auch mit dem Verständnis des Zusammenspiels und der Regulation von Immunzellen bei Patienten mit Autoimmun- oder hämatologischen Erkrankungen, um die Impfantwort und Immuntherapie zu verbessern (Enssle et al., Blood 2022; Enssle et al., Cancer Cell 2022; Enssle et al., Leukemia 2024).

Die wegweisenden Beiträge im Bereich der therapie-relevanten immunologischen Forschung wurden im vergangenen Jahr in Molecular Therapy und Nature Communications veröffentlicht. „Was meine Forschung antreibt, ist das Potenzial, Immunzellen mithilfe innovativer Technologien so zu optimieren, dass Krebs erfolgreich behandelt werden kann. Es ist immer wieder faszinierend, dass biologische Komplexität in therapeutische Präzision umgewandelt werden kann. Der Novartis-Preis würdigt nicht nur meine wissenschaftliche Arbeit, sondern auch das unglaubliche Engagement meines gesamten Forschungsteams“, sagt Ullrich. Evelyn Ullrich wurde nach ihrer Ausbildung in Innerer Medizin und Immunologie zur Professorin für Zelluläre Immunologie ernannt und leitet die Abteilung „Experimentelle Immunologie und Zelltherapie“ an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Derzeit ist Evelyn Ullrich Gastprofessorin am Dana-Farber Cancer Institute, Harvard Medical Schoo, Boston, USA. Evelyn Ullrich ist Sprecherin der Arbeitsgruppe „NK & ILC“ der DGfI und leitet mehrerer NK-Zell-Konsortien, die vom Deutschen Krebsforschungszentrum DKTK sowie im Programm „Translational Oncology and Drug Development“ der Stiftung Deutsche Krebshilfe unterstützt werden. Zudem ist sieSprecherin mehrerer translationaler Projekte im Rahmen der Nationalen Strategie für gen- und zellbasierte Therapien, die von BIH / SPARK gefördert wird.

Novartis-Preis für therapierelevante immunologische Forschung (Dotierung: 10.000 
€ / 2025: 2 Preisträger:innen)

Immunologische Grundlagenforschung besitzt ein hohes Potential für die Entwicklung von innovativen immuntherapeutischen Ansätzen. Dabei ist die erfolgreiche Translation - die Umsetzung von  Forschungsergebnissen in die medizinische Praxis - von neuen Erkenntnissen aus der Immunologie immer noch eine große Herausforderung und erfordert ein hohes Maß an Interdisziplinarität. Deshalb vergibt die Deutsche Gesellschaft für Immunologie in Zusammenarbeit mit der Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung alle zwei Jahre den Novartis-Preis für therapierelevante immunologische Forschung. 

Mit diesem, mit 10.000 EUR dotierten Preis sollen Arbeiten ausgezeichnet werden, die eine Brücke zwischen immunologischer und klinischer Forschung schlagen. Das Preisgeld kann nur für Forschungszwecke genutzt werden. Der Preis wurde erstmalig 2021 verliehen. Eigenbewerbungen und Nominierungen sind möglich.

Über die Deutsche Gesellschaft für Immunologie e.V. (DGfI)

Die DGfI, gegründet 1967, vereint führende Naturwissenschaftler:innen und Mediziner:innen, um die Wirkmechanismen der körpereigenen Abwehr zu erforschen. Dadurch werden bedeutende Grundlagen für die Diagnose und Behandlung von Krankheiten geschaffen. Durch nationale Schulungen  (Akademie für Immunologie) und im Austausch mit internationalen Fachgesellschaften fördert die DGfI in besonderem Maße den wissenschaftlichen und klinischen Nachwuchs. Auch die Akzeptanz für immunologische Forschung in der breiten Bevölkerung zu erhöhen, ist der DGfI ein wichtiges Anliegen. 
Mit über 2.400 Mitgliedern ist die DGfI weltweit die viertgrößte nationale Fachgesellschaft für Immunologie.

Weitere Informationen:

Preise der DGfI

Akademie für Immunologie

Immunologie für alle Interessierten

Link zur Orginalmeldung