01.03.2022

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Wie der Brückenschlag von der Klinik ins Labor und zurück gelingt

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) hat 2021 vier Clinician Scientist Professuren bewilligt. Ein Ruf ging dabei nach Dresden. PD Dr. Lena Seifert aus der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden und Wissenschaftlerin im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), Partnerstandort Dresden, kann sich über die Förderung von einer Million Euro für die kommenden zehn Jahre freuen. Das Pankreaskarzinom und neue Möglichkeiten seiner Therapie stehen im Mittelpunkt ihrer Forschungsarbeit.

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PD Dr. med. Lena Seifert © Foto: hochschulmedizin Dresden / Stephan Wiegand

Tumorzellen fliegen häufig unter dem Radar. Sie nutzen verschiedene Ausweichmechanismen, um vom menschlichen Immunsystem unerkannt zu bleiben. Es gibt bereits Therapien, die einige dieser Ausweichmechanismen erfolgreich blockieren. Damit wird es dem Immunsystem möglich, Tumorzellen zu erkennen und zu zerstören. Mit dieser therapeutischen Strategie wurden bereits beeindruckende Behandlungserfolge bei verschiedenen Krebsarten erzielt, jedoch nicht beim Bauchspeicheldrüsenkrebs. PD Dr. Lena Seifert aus der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden möchte sich deshalb mit den komplexen immunologischen Vorgängen beim Bauchspeicheldrüsenkrebs beschäftigten. „Die Tumorzellen sind von Fibroblasten und Immunzellen umgeben. Wir möchten herausfinden, welche Rolle die metabolischen Anforderungen der verschiedenen Komponenten bei den Ausweichmechanismen gegenüber dem natürlichen menschlichen Immunsystem spielen und ob eine Chemotherapie vor der operativen Entfernung des Pankreaskarzinoms die Immunabwehr verändert“, sagt PD Dr. Lena Seifert.

Krebszellen fliegen unter dem Radar

Sie kann sich über die Else Kröner Clinician Scientist Professuren freuen, die 2021 von der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung zum dritten Mal ausgeschrieben wurde und nun erstmals nach Dresden geht. „Das ist ein sehr schöner Erfolg, für PD Dr. Lena Seifert ganz persönlich, aber auch für die Medizinische Fakultät der TU Dresden. Lena Seifert erhält für einen Zeitraum von zehn Jahren die Möglichkeit, in der Forschung und der Patientenversorgung parallel tätig zu sein. Dieser translationale Ansatz der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) garantiert, dass neueste wissenschaftliche Erkenntnisse schnell aus dem Labor zu den Patienten gelangen“, sagt Professor Esther Troost, Dekanin der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden. 

Das Pankreaskarzinom wird im Jahr 2030 die zweithäufigste Krebstodesursache sein

Das Thema Pankreaskarzinom wird dabei weiter an Bedeutung gewinnen. Mediziner rechnen damit, dass das Pankreaskarzinom 2030 die zweithäufigste Krebstodesursache sein wird.  Die Diagnose Pankreaskarzinom wird oft erst in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium gestellt. Nur jeder fünfte Patient kann dann überhaupt noch operiert werden und nur jeder Zehnte hat die Chance, in fünf Jahren noch zu leben. „Bei anderen Tumoren sind wir da deutlich weiter. Wir möchten deshalb mit unserer Arbeit Wege finden, wie man Immunzellen beflügeln kann, so dass das körpereigene Abwehrsystem erfolgreich gegen die Krebszellen agiert“, sagt PD Dr. Lena Seifert. Sie und ihr Forscherteam arbeiten dabei mit Tumorgeweben aus der Klinik, an denen auch metabolische Untersuchungen durchgeführt werden sollen. Tumorzellen sind wahre Energiefresser. Sie nutzen die Nährstoffe für ihre eigene Vermehrung und entziehen parallel den Immunzellen die Nahrung. „Wenn wir diese Prozesse zukünftig noch besser verstehen, bietet sich ein neuer Ansatzpunkt für neue Therapien. Die von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) geförderte Clinician Scientist Professur für PD Dr. Lena Seifert gibt ihr den zeitlichen und auch finanziellen Spielraum, sich diesem so wichtigen Thema intensiv zu widmen“, sagt Professor Jürgen Weitz, Direktor der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der TU Dresden.

Die Originalmeldung finden Sie hier.