01.04.2022

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MSNZ Fellow Jovan Mircetic wird Dresdner DKTK Juniorgruppenleiter

Der Molekularbiologe Dr. Jovan Mircetic erforscht mit klinischen Kollegen mittels CRISPR Technologie Tumorresistenzen gegenüber Standardtherapien am Tumor-Organoidmodell. Diesen translationalen Forschungsansatz wird Dr. Mircetic ab April dieses Jahres am Partnerstandort Dresden des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK) als Juniorgruppenleiter der Forschungsgruppe Forward genetics for translational solid cancer research weiter ausbauen.

 

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Dr. Jovan Mircetic forscht ab April dieses Jahres als DKTK Juniorgruppenleiter der Gruppe Forward genetics for translational solid cancer research. © DKTK Dresden

Dr. Mircetic ist Experte für synthetische Biologie und genomisches Engineering. Während seiner Promotion im Labor von Prof. Frank Buchholz entwickelte er einen genetischen Sensor, der die Konzentration von zellulärem p53, einem tumorunterdrückenden Gen, erkennt und bei Bedarf den Zelltod auslöst. So konnte er erstmals zeigen, dass es möglich ist mit einem künstlich eingefügten molekularen Schalter das Zellschicksal zu beeinflussen.

Seit 2020 arbeitet Dr. Mircetic als Kollegiat des Mildred-Scheel-Nachwuchszentrums Dresden Seite an Seite mit Clinician Scientists der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie. Dieses Tandem zwischen Naturwissenschatfler:innen und forschenden Ärzt:innen ermöglicht zum einen den direkten Zugang zu Patientenproben und zum anderen eine schnelle Umsetzung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in die klinische Praxis. Der gemeinsame Fokus liegt derzeit auf der Erforschung von Chemoresistenzen bei Magenkrebs ebenso wie der Identifizierung von Resistenzmarkern. Hierfür nutzen sie Minitumore, sog. Organoide, die aus originalen Patientenproben hergestellt werden. Ziel ist es, durch entwickelte Screeningmethoden mit dem CRISPR/Cas-System Voraussagen für personalisierte Therapien zu entwickeln.

Nun erhält Dr. Mircetic die Möglichkeit, innerhalb einer Juniorgruppenstelle seine Forschung verstärkt in Kooperation mit dem Dresdner DKTK Partnerstandort am Oncoray zu bearbeiten. Mit dem Ausbau der Arbeitsgruppe soll auch die Bestrahlung von Organoid-Kulturen mit Photonen und Protonen mit Standardtherapien wie Chemotherapie und anderen Systemtherapien in innovativen Ansätzen kombiniert werden. Zusätzlich zum genetischen Screening von patientenabgeleiteten Organoid-Proben sind Untersuchungen an resistenten Zelllinien und in Organoid-basierten Tiermodellen geplant. Im Verlauf soll eine CRISPR-Screening-Plattform in Organoiden entstehen, welche allen DKTK Forschenden offensteht. Zu dieser Erweiterung des Methodenportfolio des Biomedizinischen Dresdner Campus und des DKTK Partnerstandortes, soll ebenfalls eine noch stärkere Vernetzung des Programms Radiation Oncology mit Expert:innen in der Organoid-Kultivierung erreicht werden. Der Erweiterung seiner Arbeitsgruppe sieht Jovan Mircetic mit großem Enthusiasmus entgegen: „Ich freue mich darauf, die klaren translationalen Ansätze des Oncoray mit neuen technologischen Ansätzen kombinieren zu können und dabei die zahlreichen Kooperationsmöglichkeiten des DKTK-Netzwerkes zu nutzen.“