DKTK Broschüre

Dank der enormen Fortschritte der Krebsforschung können einige dieser Krebserkrankungen bei frühzeitiger Diagnose heute erfolgreich behandelt werden. Für andere Krebsformen stehen jedoch nach wie vor kaum erfolgreiche Therapien zur Verfügung, weil die Tumoren schwer zugänglich sind oder zu spät erkannt werden...

DKTK – Das Deutsche Konsortium für translationale Krebsforschung

Neue, vielversprechende Ergebnisse aus der Krebsforschung sollen möglichst schnell in die klinische Entwicklung und Anwendung gelangen. Zur Unterstützung dieses Ziels wurde im Jahr 2012 das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung, kurz DKTK, als eines der sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) gegründet. Mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) als Kernzentrum kooperieren mehr als 20 akademische Forschungseinrichtungen und Universitätskliniken an sieben Partnerstandorten.

Derzeit gibt es in Deutschland etwa 1.4 Millionen Krebskranke – Tendenz steigend. Die immer älter werdende Gesellschaft spielt dabei eine wichtige Rolle: Bei vielen Krebsarten steigt das Erkrankungsrisiko im Alter. Erschwerend hinzukommen komplexe Wechselwirkungen zwischen genetischer Prädisposition (Veranlagung), Lebensart und Umweltfaktoren. Die effektive Früherkennung, Diagnose, Behandlung und Prävention von Krebs gehört daher zu den größten Herausforderungen der Gesundheitsforschung.

Das DKTK ist eine gemeinsame langfristige Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), den teilnehmenden Bundesländern und dem DKFZ. Hauptziel des DKTK ist die Entdeckung, Entwicklung, Erprobung und Anwendung neuer Strategien für die personalisierte Onkologie.

Expertise in der klinisch-orientierten Krebsforschung fördern

Eine Maßnahme des DKTK ist es, neue langfristige Forschungsinfrastrukturen an den DKTK Standorten zu schaffen. Durch Leitung einer unabhängigen DKTK Nachwuchsgruppe oder Berufung auf neu einzurichtende W2/3-Professuren können talentierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihren nächsten Karriereschritt machen. Insgesamt wurden im DKTK fünfzehn neue W3 sowie zwei W2 Professuren zur Verfügung gestellt, von denen 10 in gemeinsamen Berufungsverfahren bereits besetzt sind. Darüber hinaus wurden sieben neue Nachwuchs- sowie eine Juniorgruppe eingerichtet.

Förderung standortübergreifender Projekte und klinischer Studien

Mehr als 950 Forscherinnen und Forscher aus der Medizin und den Naturwissenschaften verbinden innerhalb des DKTK innovative Grundlagen- und klinische Forschung. Zur Förderung von standortübergreifenden Forschungsprojekten und klinischen Studien innerhalb des DKTK stehen Mittel aus dem sogenannten „Joint Funding Förderprogramm“, des DKTK, zur Verfügung. Seit 2012 sind im DKTK 20 Joint Funding Vorhaben gestartet.

Plattformen und Schwerpunktprogramme bündeln die Kräfte

Ermöglicht werden die innovativen Forschungsarbeiten im DKTK in vielen Fällen erst durch eine Reihe neu geschaffener Forschungsinfrastrukturen und -plattformen. Dazu zählen Anlagen für die Produktion von Antikörpern und Peptiden in klinischer Qualität, Hochdurchsatz-Technologien für das Genom- und Proteinanalyse und große Rechenzentren für die Bioinformatik. Als Datenbrücke zwischen der Grundlagenforschung und der Klinik wurde die Klinische Kommunikationsplattform im DKTK etabliert. Sie ist als Informationsdrehscheibe für die Krebsforschung gedacht und ermöglicht DKTK Wissenschaftlern standortübergreifenden Zugang zu Bioproben und Patientendaten unter Einhaltung höchster Datenschutzansprüche. Die Aus- und Weiterbildung von Grundlagenforschern und Ärzten in der klinisch-orientierten Krebsforschung ist eine weitere wichtige Aufgabe im DKTK. Mit der School of Oncology wurde eine in Deutschland bisher einmalige Spezialisierungsmöglichkeit im Bereich translationaler Onkologie geschaffen.

Mit Beginn der zweiten Forschungsperiode (2016 – 2020) wurden fünf Forschungsprogramme definiert, in denen die DKTK Wissenschaftler standortübergreifend multidisziplinär Themen zu den aktuellen großen Herausforderungen in der medizinischen Onkologie (darunter Früherkennung, Immuntherapie, Resistenzmechanismen, Molekulare Profile und Datenmanagement) bearbeiten.

Das Ergebnis dieser Kombination aus Struktur- und Projektförderung stellt ein in Europa einmaliges Netzwerk mit einigen der stärksten Krebsforschungs- und Krebstherapiezentren Deutschlands dar, um die Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten von Patienten nachhaltig zu verbessern.