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22.04.2021

Prof. Dr. Greten erhält höchstdotierten EU-Wissenschaftspreis

Der Europäische Forschungsrat (ERC) fördert ein Projekt von Prof. Dr. Florian R. Greten mit einem renommierten Advanced Grant. Prof. Greten ist Direktor des Georg-Speyer-Hauses (GSH), Institut für Tumorbiologie und Experimentelle Therapie, und Sprecher des LOEWE-Zentrums Frankfurt Cancer Institute (FCI). Sein wissenschaftlicher Fokus liegt auf der Erforschung der Entstehung von Darmkrebs und der Entwicklung neuer Therapieansätze. Hierfür wurde er nun mit dem höchstdotierten Wissenschaftspreis der EU ausgezeichnet. Er erhält für fünf Jahre Fördergelder des ERC in Höhe von insgesamt 2.5 Millionen Euro für sein Projekt „Cell Plasticity in Metastatic Colorectal Cancer – PLASTICAN“.

Darmkrebs (CRC) gehört sowohl bei Männern als auch bei Frauen zu den häufigsten Tumorentitäten. Obwohl sich die Prognose durch verbesserte Früherkennung und bessere Therapieoptionen insgesamt verbessert hat, ist die Überlebensrate für Patient*innen mit fortgeschrittenen, metastasierenden Erkrankungen noch immer schlecht und nur weniger als 10% dieser Patient*innen leben weitere 5 Jahre nach der Diagnose.

In den vergangenen Jahren konnten die Forscher*innen um Prof. Greten zeigen, welche wichtige Rolle nicht nur die eigentlichen Tumorzellen für die Entstehung von Darmtumoren spielen, sondern dass insbesondere auch die Immun- und Bindegewebszellen, die die Tumorzellen umgeben – das sogenannte Tumormikromilieu – einen großen Einfluss auf das Tumorwachstum sowie das Ansprechen auf Therapien haben. Hierbei kommt es aber nicht nur darauf an, welche Zellen vor allem im Tumormikromilieu anwesend sind, sondern wie sich die einzelnen Subtypen in ihrem Aktivierungszustand unterscheiden. So lassen sich große Gegensätze bei verschiedenen Patient*innengruppen mit unterschiedlicher Prognose feststellen.

Die Wissenschaftler*innen um Prof. Greten, der bereits in 2011 einen Starting Grant des ERC erhalten hatte, wollen nun in den kommenden 5 Jahren in umfassenden Untersuchungen die funktionelle Rolle bestimmter Bindegewebszellen und ihrer verschiedenen Aktivierungszustände für das lokal invasive Kolonkarzinom und die Entwicklung von zellulären Nischen für spätere Metastasen untersuchen. Hierbei kommen innovative genetische, biochemische und präklinische Untersuchungen sowie die Funktionsanalyse von primären Patientenproben zur Anwendung.

Ziel wird es sein, ein besseres molekulares Verständnis für die Entwicklung des fortgeschrittenen Kolonkarzinoms zu erlangen und zu evaluieren, ob eine Veränderung der Aktivierung verschiedener Zellsubtypen aus dem Tumormikromilieu einen neuen Therapieansatz für Patient*innen im Spätstadium darstellt.

 

Weitere Informationen zum ERC
Jedes Jahr vergibt der Forschungsrat Förderungen (Grants) in verschiedenen Kategorien. Die Advanced Grants sind exzellenten etablierten Wissenschaftler*innen vorbehalten, die in den letzten zehn Jahren Spitzenleistungen vorzuweisen haben. Sie sind mit bis zu 2,5 Millionen Euro dotiert. Mit dieser Unterstützung können sie wegbereitende risikoreiche Forschungsvorhaben durchführen. Die einzigen Kriterien zur Vergabe der Fördermittel sind die wissenschaftliche Exzellenz der Antragsteller*innen und des geplanten Projektes.
 

Über das Georg-Speyer-Haus
Das Institut für Tumorbiologie und experimentelle Therapie wird von der gemeinnützigen Stiftung Georg-Speyer-Haus getragen und von Prof. Dr. med. Florian Greten als Direktor geleitet. Das Georg-Speyer-Haus ist durch einen Kooperationsvertrag mit der Goethe-Universität Frankfurt am Main verbunden und wird durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und das Bundesministerium für Gesundheit finanziert. 1904 diente es als Grundlage, um eine Forschungsstätte für Paul Ehrlich, den ersten Direktor des Georg-Speyer-Hauses, zu schaffen. Heute betreibt es onkologisch ausgerichtete Forschung mit dem Ziel, die molekularen und zellulären Grundlagen der Tumorentstehung zu verstehen. Ein besonderer Fokus des Instituts liegt auf der Analyse und Interaktion der verschiedenen Zelltypen im Tumorgewebe im sogenannten Tumormikromilieu. Aufbauend auf den daraus gewonnenen Erkenntnissen ist es ein vordringliches Anliegen des Instituts, neue therapeutische Konzepte und Strategien für diverse Tumorerkrankungen zu entwickeln und an entsprechenden validen Tumormodellen zu testen. In enger Kollaboration mit dem Universitären Centrum für Tumorerkrankungen (UCT) und dem LOEWE Zentrum für Zell- und Gentherapie (CGT) sowie als Mitglied des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK) soll der Transfer in frühe Patientenstudien ermöglicht werden.

Die Originalpublikation finden Sie hier.

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