“DKTK Joint Funding” Programm

Das DKTK fördert interdisziplinäre Forschungsthemen an der Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und Klinik, sowie klinischen Studien von innovativen Therapie- und Diagnoseverfahren. Zur Förderung von standortübergreifenden Forschungsprojekten und klinischen Studien innerhalb des DKTK stehen Mittel aus dem sogenannten „Joint Funding Förderprogramm“, des DKTK, zur Verfügung. Eingereichte Projektanträge werden in einem zweistufigen Verfahren vom Review Komitee und dem Wissenschaftlichen Beirat des DKTK ausgewählt und bis zu drei Jahre gefördert. Seit 2012 sind im DKTK 20 Joint Funding Vorhaben gestartet.

Projekt “iVacALL”

iVavALL – Eine prospektive Phase I/II Studie zur Patienten-individualisierten Peptidvakzinierung auf Grundlage einer Ganz-Exom-Sequenzierung bei Kindern mit wiederauftretender Akuter Lymphoblastischer Leukämie.

In dieser klinischen DKTK-Studie wird die Wirksamkeit personalisierter therapeutischer Tumorimpfungen bei Kindern mit rückkehrender Leukämie untersucht. Dazu werden zunächst umfangreiche Erbgut-Analysen von Tumor- und Normalgewebe vorgenommen, um die krebstypischen Veränderungen eines Patienten zu identifizieren. Anschließend wird für jeden Patienten ein individuell angepasster Peptidcocktail aus den veränderten Proteinabschnitten unter Hochreinheitsbedingungen hergestellt. Das Ansprechen der Patienten auf die therapeutische Impfung mit dem personalisierten Peptidcocktail wird engmaschig kontrolliert. Darüber hinaus wird die Immunantwort der Patienten darauf untersucht, ob und wie Immunzellen die Proteinveränderungen der Krebszellen erkennen und bekämpfen können.

Koordinatoren

Projekt “Ga-PSMA-11 in high-risk prostate cancer”

Eine multizentrische Studie für die klinische Evaluation des neuen PET-Tracers Ga-68-PSMA-11 für die Diagnostik bei Prostatakrebspatienten mittels PET.

Im Rahmen der im DKTK konzipierten klinischen Studie Phase I/II wird die Diagnostik von Prostatakrebs durch Positronen Emissions-Tomographiemittels eines radioktiven „Tracers“, Ga-68-PSMA-11, untersucht. Dieser bindet spezifisch an das Molekül PSMA (Prostata-spezifisches Membran Antigen), das auf Prostatakrebszellen in großen Mengen vorkommt, so dass Tumore und deren Metastasen präzise markiert werden können. Der radioaktive „Tracer“ wird unter Hochreinheitsbedingungen in hierfür etablierten Prozessen an den beteiligten Standorten produziert und bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom eingesetzt. Befunde aus der Untersuchung von Gewebeproben der Prostatakrebspatienten werden mit der Diagnosestellung durch die PSMA-Bildgebung verglichen.

Koordinatoren

Prof. Dr. Frederik Giesel
Geschäftsführender Oberarzt
Universitätsklinikum Heidelberg

Projekt “NonCoMs in Cancer Genomes”

Bei genetischen Tumoranalysen konzentrierte man sich bislang auf Mutationen, die zu veränderten Proteinen führen. Sie gelten häufig als Auslöser für bösartige Tumoren. Das Projekt „Identifying and understanding non-coding mutations in cancer genomes“ geht jetzt einen wichtigen Schritt weiter und spürt Mutationen in Krebszellen auf, die nicht zu veränderten Proteinen führen, sondern in Regionen liegen, die die Aktivität wichtiger Krebsgene verändern. Geplant sind Untersuchungen speziell an Tumoren der Haut (Melanome) und des Gehirns (Glioblastome). Diese Mutationen in gemeinsamer Anstrengung erfassen und analysieren zu können ist eine neue Möglichkeit, den Ursachen der Krebserkrankung vertieft auf die Spur zu kommen.

Koordinatoren

Prof. Dr. Alfred Nordheim
Molekulare Biologie
Universität Tübingen

Projekt “Molecular Stratification Program”

DKTK MASTER (DKTK “Molecularly Aided Stratification for Tumor ERadication”) - Entitäten-übergreifendes molekulares Stratifizierungsprogramm zur Bewertung individualisierter, Biologie-getriebener Therapien für junge Erwachsene mit fortgeschrittenen oder seltenen Krebserkrankungen.

In dieser Registerstudie wird ein standardisiertes DKTK-weites Krebsgenomsequenzierungsprogramm etabliert, um Gendefekte von Tumoren und damit potenzielle therapeutische Ziele für jeden Patienten umfassend zu bestimmen. Ein standardisierter Arbeitsprozess wurde bereits etabliert und klinisch relevante Ergebnisse werden Standort-übergreifend im Heidelberger Molekularen Tumorboard des NCT vorgestellt und bewertet. Ziel der interdisziplinären Studie ist es (i)mehr Krebspatienten in Deutschland eine umfassende Krebsgenomanalyse anbieten zu können, (ii) die Erfassung und Interpretation molekularer Daten in klinischem Kontext zu beschleunigen, (iii) den Nutzen individueller Krebsgenomanalysen für Therapieentscheidungen zu bewerten und (iv) Klinische Studien für größere Patientengruppen vorzubereiten, die auf Grundlage einer Krebsgenomanalyse behandelt werden.

Koordinatoren

Projekt “Overcoming therapy resistance in pancreatic cancers”

Entwicklung von Kombinationstherapien zur Behandlung von Subtypen des Pankreaskarzinoms mit primärer oder sekundärer Therapieresistenz.

DKTK Wissenschaftler untersuchen in diesem Projekt die bisher nur unzureichend verstandenen Mechanismen der primären und sekundären Resistenz von Tumoren der Bauspeicheldrüse (Pankreaskarzinom) gegen etablierte Therapien. Weiterhin verfolgen sie verschiedene Strategien, um diese Resistenzen zu durchbrechen: Sie blockieren sie Resistenzmechanismen mittels neuer Inhibitoren oder kombinieren neue Therapeutika mit verschiedenen Wirkmechanismen. Anhand von molekularen Markern können die Forscher dabei zwischen unterschiedlichen molekularen Subtypen des Pankreaskarzinoms unterscheiden. Ziel der klinischen Studie ist es neue Kombinationstherapien für die identifizierten Subtypen zu entwickeln, um Resistenzen, die bei Monotherapien entstehen können zu überwinden.

Koordinatoren

Prof. Dr. Ulrich Keilholz
Charité Berlin

Projekt “Elucidating the basis of primary resistance to first-line combined anti-EGFR /chemotherapy and establishment of a tumor repository for analysis of secondary resistance in metastatic colorectal cancer"

Aufklärung der Resistenz gegenüber einer anti-EGFR/Chemotherapie in metastasiertem Darmkrebs.

Antikörper werden bereits als effektive Wirkstoffe gegen Darmkrebs eingesetzt, auch in Kombination mit gängigen Standardtherapien wie der Chemotherapie. Trotzdem treten auch bei solchen Kombinationstherapien Primär- und Sekundärresistenzen auf.

Die multizentrische Studie untersucht die molekularen Ursachen von Resistenzen bei Patienten mit metastasiertem Darmkrebs, die im Rahmen der klinischen Studie FIRE-1 eine Chemotherapie erhielten. Die Forscher korrelieren Genom- und Genaktivitätsmuster mit den klinischen Verläufen der einzelnen Patienten, um genetische Veränderungen, die im Therapieverlauf auftreten zu identifizieren. Darüber hinaus wird die Immunantwort erfasst, d.h. ob bestimmte Immunzellen im Laufe der Therapie zu den Krebszellen gelockt werden.

Ein zweiter wichtiger Ansatz des Projektes stammt aus der prospektiven klinischen DKTK-Studie (REVEAL). Die Wissenschaftler vergleichen die genetischen Tumorprofile bei Rückfällen mit denen vor der Behandlung, um die genetischen Veränderungen aufzuspüren, die für das Wiederauftreten verantwortlich sein könnten. Dafür werden Tumorproben und Flüssigbiopsien der Patienten umfassend molekularpathologisch charakterisiert. Ziel des Projektes ist es, die genetischen und immunologischen Analysen in der Routinediagnostik von Darmkrebs zu etablieren, um Patienten personalisierte Therapien zur Verfügung stellen zu können.

Koordinatoren

Projekt “Novel risk adapted prevention strategies among people with higher risk profiles for colorectal cancer (RaPS)”

RaPS - Risiko-adaptierte Präventions-Strategien für Darmkrebs.

Das Risiko an Darmkrebs zu erkranken ist bei Menschen zwischen 40 und 60 Jahren doppelt bis vierfach so hoch, wie bei unter Vierzigjährigen. Die DKTK-Studie zu risiko-adaptierten Präventions-Strategien für Darmkrebs untersucht in zwei Schritten, wie häufig Darmkrebs in dieser Altersgruppe auftritt, wenn bereits andere Familienmitglieder an Darmkrebs erkrankt sind.

Im ersten Teil werden Fragebögen von 120.000 Teilnehmern aus drei Einzugsgebieten (München, Stuttgart/Tübingen und Dresden) ausgewertet. Personen mit einer familiären Anamnese werden anschließend zur individuellen Beratung bezüglich der bestmöglichen Darmkrebsvorsorge in die teilnehmenden Zentren eingeladen. Stuhl- und Blutproben der Studienteilnehmer werden in einer zentralen Biobank asserviert und zur Analyse möglicher Risiko- und Früherkennungsmarker verwendet. Diese Daten dienen dazu, neue Risiko-adaptierte Präventionsstrategien für Hochrisikogruppen mit familiärem Darmkrebs zu entwickeln und sie einer Kosten-Wirksamkeits-Analyse zu unterziehen.

Ziel ist es, bestimmte Risikogruppen zu identifizieren, um effektive Präventionsmaßnahmen zu entwickeln, mit denen sich altersbedingten Darmkrebserkrankungen verhindern lassen.

Koordinator

DKTK PARADIGM

Vorhersage eines abskopalen Effektes beim Melanom nach Strahlentherapie in Kombination mit Immuncheckpoint-Inhibition durch umfassende Genomanalysen.

Das Projekt untersucht den abskopalen Effekt, d.h. das Therapieansprechen von Tumorläsionen außerhalb des bestrahlten Gewebes bei einer Radiotherapie. Bei Melanompatienten nach kombinierter Strahlen- und Immuncheckpoint-Inhibitor-Therapie werden durch umfassende molekulare Untersuchungen und Immunanalysen von Tumor- und Blutproben die Mechanismen aufgeklärt, die zu dem abskopalen Effekt führen. Weiterhin sollen Biomarker identifiziert werden, die mit einem besseren Therapieerfolg der Kombinationstherapie korrelieren. Im Rahmen des Projektes soll anhand einer multizentrischen klinischen Studie (IRINA) das Konzept zum abskopalen Effekt sowie der Nutzen der Biomarker für die Kombinationstherapie validiert werden.

Koordinatorinnen und Koordinatoren