06.03.2026

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DKTK Scientific Community Meeting 2026: Neue Impulse für die Translation

Am 27. Januar 2026 trafen sich Wissenschaftler:innen aller acht DKTK Partnerstandorte im BDC Meeting Space in Heidelberg zum Scientific Community Meeting im Rahmen der DKTK Pillar 2 „Diagnostic Innovations & Molecular Prevention“. Im Mittelpunkt standen strategische Weichenstellungen, neue Joint Funding-Projekte sowie datengetriebene Ansätze für Prävention und Diagnostik auf Basis Künstlicher Intelligenz.

Prof. Melanie Börries, stellvertretende Sprecherin des DKTK, eröffnete das Treffen mit einem klaren Fokus auf die Weiterentwicklung translationaler Strukturen. Mit Bezug auf das gemeinsam mit HI-STEM gGmbH unterstützte Projekt MAC-Score aus der DKTK Joint Funding Ausschreibung 2025 zur Entwicklung eines präzisen, schnellen und kostengünstigen Tests für Routinediagnostik unterstrich sie die Dynamik des Programms: „Diese Idee zeigt, wie wir Translation auf die nächste Ebene heben und gezielt umsetzen können“, betonte sie, auch mit Blick auf die strategische Verzahnung der DKTK Working Groups (WGs) mit dem DKTK Joint Funding-Programm.

Die WGs bilden weiterhin das Fundament des Bottom-up-Ansatzes. „Die Aufgabe liegt bei den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Translation durch die Einrichtung einer Working Group voranzubringen“, so Börries. Die WGs stehen ausdrücklich auch dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) offen. 

Mit der Transformation der Clinical Communication Platform (CCP) in den DKTK BioDataHub wurde zudem eine zentrale Infrastruktur für Datenintegration und Validierung geschaffen. Forschende erhalten damit eine zentrale Anlaufstelle, um daten- und bioprobenbasierte Projekte zu initiieren und standortübergreifend weiterzuentwickeln.

Börries verwies außerdem auf die vom DKTK unterstützte Durchführung des GeneNovate Entrepreneurship Training Programms, sowie auf den nächsten Science-meets-Industry Day am 19. und 20. Oktober 2026. Beide Formate stärken die Verbindung zwischen akademischer Forschung und Industrie. 

Nationales Zentrum für Krebsprävention
Dr. Sigrid Carlsson stellte das National Cancer Prevention Center (NCPC) vor und skizzierte dessen Rolle in der strukturierten Verknüpfung von Forschung und klinischer Anwendung. Der Neubau in Heidelberg schafft hierfür die infrastrukturelle Grundlage. Im Kern versteht sich das NCPC als Beratungszentrum, das Forschungsergebnisse aus dem DKFZ und Konsortien wie dem DKTK systematisch in die Klinik überführt.

Spotlight-Projekte der Pillar 2 Working Groups
Die an den WGs beteiligten Wissenschaftler:innen präsentierten aktuelle Entwicklungen und ausgewählte Projekte:

  • Metabolic Imaging (Chairs: A. Martins, A. Schmidt) – Beiträge zu in vivo pH-Imaging in der Onkologie sowie zu Gamma-Endoskopie für die intraoperative Navigation
  • Proteomics (Chairs: U. Keilholz, B. Küster) – Vorstellung von Arbeiten zur räumlichen Phosphoproteomik sowie zu translationaler Proteomik und Epigenetik
  • Clonal Hematopoiesis and Cancer Prevention (Chairs: M. Bornhäuser, F. Damm) – Untersuchungen zu tumorinfiltrierender klonaler Hämatopoese sowie zu deren Rolle in soliden und hämatologischen Tumoren
  • Liquid Biopsy Diagnostics (Chairs: I. Tinhofer-Keilholz, C. Winter) – Präsentation der HiLiB-MTB-Plattform und aktueller Arbeiten zu ctDNA als Biomarker für Prognose und Therapieentscheidung 
  • Metabolism, Nutrition and Cancer Prevention (Chairs: C. Opitz, K. Thedieck) – Beiträge zu Metaboliten als Marker für Ernährung, Langzeitverläufe und tertiäre Prävention sowie zum BMFTR BALANCE-ET-Konsortium
  • Data Management and FAIR Principles (Chairs: W. Hadiwikarta) – Vorstellung eines RadPlanBio-Use-Cases zur FAIRifizierung präklinischer Daten in der Radioonkologie

Ein besonderer Fokus lag auf der strategischen Weiterentwicklung der Dateninfrastruktur. Im Rahmen des MASTER-Programms skizzierte Simon Kreutzfeldt den „Translational Data Triangle“ als Modell für eine breitere Integration molekularer, klinischer und kontextueller Daten. Neben einer vertieften Analyse steht insbesondere die systematische Erweiterung der Datenintegration im Fokus. Langfristig versteht sich die Initiative als datengetriebene Service-Struktur, die Forschung und klinische Anwendung gleichermaßen unterstützt.

Joint Funding Call 2026
Im Rahmen einer DKTK Joint Funding Session stellte die DKTK Koordinierungsstelle die Ausschreibung für 2026 vor. Nach der strukturellen Neuausrichtung im Jahr 2025 zielt das Programm stark auf eine hohe translationale Umsetzbarkeit. Gefördert werden Projekte unter Beteiligung von mindestens zwei DKTK Standorten; die Einreichungsfrist für Kurzanträge endet am 17. Februar 2026.

Mit PhosDX zur phosphoproteomischen Routinediagnostik sowie dem MAC-Score zur Vorhersage des Ansprechens auf Venetoclax-basierte Therapien wurden von den Projektkkordinatoren zwei neu bewilligte Projekte aus dem Call 2025 vorgestellt.

In seinen Schlussworten hob Prof. Stefan Pfister, designierter Sprecher des DKTK, zwei Entwicklungen hervor: das geschärfte gemeinsame Verständnis für die strategische Rolle von Joint Funding-Projekten sowie die Stärke des Bottom-up-Prozesses in den Working Groups. „Wir wurden daran erinnert, vom Ende her zu denken“, resümierte er mit Blick auf die klinische Anwendung.

Am 5. und 6. November 2026 kommen die Communitys von Pillar 1 und Pillar 2 zu einem gemeinsamen Treffen zusammen. Künftig soll dieses Meeting rotierend an den verschiedenen Partnerstandorten ausgerichtet werden, um die gemeinsame Verantwortung für die Weiterentwicklung der translationalen Krebsforschung im DKTK weiter zu stärken.